Wandtyp im Fokus
Mauerwerk klingt nach einer Antwort, ist aber mindestens drei. Vollziegel verhalten sich anders als Hochlochziegel, und Hohlblocksteine verlangen ganz eigene Verankerungssysteme. Wir bauen in alle drei Wandarten – aber wir unterscheiden klar, was geht und was nicht.
Kurzantworten
Vollstein – der unkomplizierte Fall
Vollstein-Wände aus Klinker oder Mauerziegel haben Druckfestigkeiten von 12 bis über 40 N/mm². Hier setzen wir klassische Verbundanker oder hochbelastbare Schwerlast-Spreizanker ein. Auszugswert hoch, Planung Standard.
Hochlochziegel – der häufigste Stolperstein
Ein klassischer Spreizdübel sprengt den Steg zwischen zwei Lochkammern. Wir arbeiten in Hochlochziegel ausschließlich mit Injektionsmörtel und Siebhülsen. Die Siebhülse verteilt den Mörtel über mehrere Stege.
Hohlblocksteine – vorsichtig planen
Große Kammern und dünne Stege machen Hohlblocksteine anspruchsvoll. Wir greifen auf großvolumige Injektionssysteme oder Durchsteckanker mit Lastverteilungsplatte zurück. Manchmal verfüllen wir den Bereich vorab mit Beton.
Klinker-Verblender ist keine Tragwand
Bei zweischaliger Außenwand darf die Treppe niemals nur am Verblender befestigt werden. Wir verankern durch die Luftschicht in die tragende Innenschale – mit langen Durchsteckankern und statischer Berechnung.
Im Wohnungsbau treffen wir auf drei Hauptkategorien. Vollziegel und Vollsteine aus Beton oder Klinker haben eine homogene Struktur ohne Kammern. Hochlochziegel sind aus Stabilitätsgründen mit senkrechten Lochreihen versehen, was Gewicht spart, die Wärmedämmung verbessert, aber die punktuelle Tragfähigkeit verändert. Hohlblocksteine aus Leichtbeton haben große Kammern und sind oft schwer zu durchbohren ohne Ausbrechen. Jede Kategorie braucht eine eigene Verankerungsstrategie.
Vollstein-Wände aus Klinker, Mauerziegel oder Vollblock haben Druckfestigkeitsklassen von 12 bis über 40 Newton pro Quadratmillimeter. Hier setzen wir klassische Verbundanker oder hochbelastbare Schwerlast-Spreizanker ein. Beispiele aus unserer Praxis: fischer FAZ II oder fischer FIS V Plus, beides mit allgemeiner bauaufsichtlicher Zulassung. Die Bemessung ist Standard, der Auszugswert ist hoch, die Wand verzeiht auch kleine Bohrtoleranzen.
Hochlochziegel sind im modernen Wohnungsbau weit verbreitet, weil sie mit Wärmedämmung gefüllt werden können. Statisch sind sie ausreichend für die Wand selbst, aber bei punktueller Schwerlast wie einer Kragarmtreppe wird es heikel. Ein klassischer Spreizdübel sprengt den Steg zwischen zwei Lochkammern auseinander, der Halt geht verloren. Wir arbeiten deshalb in Hochlochziegel ausschließlich mit Injektionsmörtel-Systemen in Verbindung mit Siebhülsen. Die Siebhülse verteilt den Mörtel über mehrere Stege gleichzeitig und schafft so eine kraftschlüssige Verbindung über mehrere Kammern hinweg.
Wichtig dabei: Der Bohrlochkanal muss vor dem Einbringen des Mörtels gründlich ausgeblasen werden, sonst bindet der Mörtel nicht zuverlässig ab. Das ist Detailarbeit, die wir auf der Baustelle selbst machen, nicht delegieren.
Hohlblocksteine aus Leichtbeton sind großflächig und haben oft sehr dünne Stege zwischen den Kammern. Bei Schwerlast greifen wir hier auf großvolumige Injektionssysteme mit Siebhülsen oder auf Durchsteckanker mit Lastverteilungsplatte auf der Wandrückseite zurück. Manchmal ist es sinnvoller, die Wandbereiche, in die die Treppe einleitet, vorab mit Beton zu verfüllen. Das ist eine Maßnahme, die wir früh in der Planung mit dem Bauherrn abstimmen, weil sie zur Bauphase gehört.
Bei Häusern mit zweischaliger Außenwand und Klinker-Verblender warnen wir ausdrücklich: Der Verblender ist nicht tragend. Eine Kragarmtreppe darf niemals nur am Verblender befestigt werden, sondern muss durch die Luftschicht hindurch in die tragende Innenschale verankert werden. Das machen wir mit langen Durchsteckankern und einer eindeutigen statischen Berechnung.
Wir fragen vor Planung folgende Punkte ab: Steinart (Vollstein, Hochlochziegel, Hohlblock), Druckfestigkeitsklasse, Wandstärke, einschalig oder zweischalig, Verputzung innen, ob die Wand statisch tragend ist oder nur raumtrennend, Höhe und Anbindung an Decken. Wenn der Bauherr unsicher ist, schauen wir uns die Wand vor Ort an oder lassen ein Probe-Bohrloch setzen, um den Steintyp zweifelsfrei festzustellen.
Beispielprojekte
Diese Treppen wurden in Mauerwerk-Wänden montiert – jede statisch geprüft, jede dokumentiert.
Häufige Fragen
Ja. Sobald der Bohrer in einen Hohlraum fällt, ist klar, dass wir nicht im Vollstein arbeiten. Wir setzen das Bohrloch dann nach Plan und arbeiten ab da mit Injektionsmörtel und Siebhülse.
Bei Vollstein-Mauerwerk ab 12er Druckfestigkeit ja, mit der richtigen Verankerung. Bei Hochlochziegel oder Hohlblock prüfen wir mit Lastverteilungsplatte rückseitig.
Aufpreis gegenüber Standard-Verankerung in Stahlbeton liegt erfahrungsgemäß bei 300 bis 800 Euro je nach Aufwand. Wir nennen den Aufpreis im Angebot transparent.
Teilen Sie uns Steinart und Wandstärke mit. Wir prüfen kostenlos, welche Verankerungsstrategie für Ihre Wand passt – mit Aufpreis-Einschätzung und Richtpreis für die Treppe.
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