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Wandtyp im Fokus

Kragarmtreppe im Hochlochziegel – die häufigste Falle bei Neubau-Mauerwerk

Hochlochziegel sind im modernen Wohnungsbau weit verbreitet, weil sie hohe Wärmedämmwerte bei geringem Gewicht liefern. Statisch sind sie für die Wand selbst ausreichend, aber bei Schwerlast-Verankerung wie einer Kragarmtreppe stellen sie eine der größten Tücken dar. Wer hier mit normalen Spreizdübeln arbeitet, sprengt die Lochstege auseinander und verliert den Halt. Wir kennen die richtige Verankerungsmethode – und montieren in Hochlochziegel-Wänden seit Jahren spielfrei.

25–50 % Lochquote typischer Bereich bei modernen Thermoziegeln
2 Systeme Verankerung Hilti HIT-HY 270 und fischer FIS V Plus mit Siebhülse
Ab 24 cm Wandstärke für Kragarmtreppen ohne Sondermaßnahmen
400–800 € Aufpreis gegenüber Stahlbeton-Wand

Was Hochlochziegel ausmacht

Hochlochziegel sind aus Ton gebrannte Mauerziegel mit senkrecht durchlaufenden Lochkammern. Die Lochquote liegt typischerweise zwischen 25 und 50 Prozent des Steinquerschnitts, in extremen Wärmedämm-Steinen auch höher. Bekannte Hersteller und Markennamen sind Poroton, Wienerberger Ziegel, Unipor, Schlagmann.

Die Druckfestigkeitsklassen liegen üblich zwischen 6 und 20 N/mm², die Rohdichte zwischen 0,6 und 0,9 kg/dm³. Klingt nach genug Tragfähigkeit – ist es auch, solange die Last flächig verteilt wirkt, wie es das Eigengewicht des Daches und der Geschossdecken tut. Bei punktueller Schwerlast wie einer Kragarmtreppe wirkt die Last aber genau auf einen oder zwei Lochstege, und die sind nur wenige Millimeter dick.

Warum klassische Spreizdübel im Hochlochziegel versagen

Ein Spreizdübel spreizt sich beim Anziehen seitlich aus, um den Halt im Bohrloch herzustellen. In Vollstein-Mauerwerk funktioniert das. In Hochlochziegel trifft die Spreizkraft auf einen dünnen Lochsteg, der dem Druck nicht standhält und einfach bricht. Der Dübel hat dann keinen Kraftschluss mehr und zieht sich heraus, sobald die Last drauf kommt – oft Wochen oder Monate später.

Wir nutzen Spreizdübel in Hochlochziegel deshalb grundsätzlich nicht. Sie sind hier nicht nur ungeeignet, sondern gefährlich.

Die richtige Methode: Verbundanker mit Siebhülse

Im Hochlochziegel arbeiten wir ausschließlich mit Verbundanker-Systemen plus Siebhülse. Das Prinzip: Eine kunststoffummantelte Hülse mit Siebholz wird ins Bohrloch eingesetzt, anschließend wird Injektionsmörtel hineingepresst. Der Mörtel tritt durch die Siebholz in die Lochkammern aus und bildet dort kleine Mörtel-„Pilzköpfe“, die den Anker formschlüssig in mehreren Kammern gleichzeitig verkrallen.

Konkret eingesetzte Systeme mit bauaufsichtlicher Zulassung:

Hilti HIT-HY 270 mit Hilti Siebhülse HIS-N. Geprüft und zugelassen für Hochlochziegel nach ETA-12/0148.

fischer FIS V Plus mit fischer Siebhülse FIS H. ETA-19/0073.

Welches System wir wählen, hängt von Steinhersteller, Festigkeitsklasse und Bohrlochtiere ab. Beide Systeme liefern in der gleichen Größenordnung Auszugswerte.

Bohrtechnik: drehend, nicht schlagend

Das ist der Punkt, an dem die meisten Handwerker scheitern, die Hochlochziegel zum ersten Mal anbohren. Schlagbohren zerstört die Lochstege. Wir bohren in Hochlochziegel ausschließlich drehend, mit reduzierter Drehzahl, und ohne Schlagfunktion. Das Bohrmehl wird zwischendurch mit Druckluft ausgeblasen, damit kein Material den Lochkanal verschließt.

Das ist langsamer als Schlagbohren, aber technisch unverzichtbar. Eine Kragarmtreppe in Hochlochziegel dauert in der Vorbereitung deshalb einen halben bis ganzen Tag länger als in Stahlbeton.

Wandstärke und Wandstellung

Hochlochziegel-Wände sind im Neubau typischerweise 17,5 cm, 24 cm, 30 cm oder 36,5 cm stark. Für eine Kragarmtreppe sind ab 24 cm Wandstärke alle Lösungen problemlos rechenbar. Bei 17,5 cm prüfen wir im Einzelfall – die Lastverteilung wird dann eng, ggf. mit rückseitiger Lastverteilungsplatte oder örtlicher Wandverstärkung.

Was wir vor der Planung prüfen

Vor jeder Kragarmtreppe im Hochlochziegel klären wir: Steinhersteller und Festigkeitsklasse (aus Lieferschein oder Statik-Plan des Hauses), Lochquote des konkreten Stein-Typs, Wandstärke gemessen, Wandstellung (Innen- oder Außenwand, einschalig oder zweischalig), Verputzung innen und Wärmedämmung außen, und ob die Wand statisch tragend ist oder nur raumtrennend. Mit diesen Angaben legt unser Statiker die Verankerung aus.

Häufige Fragen zu Kragarmtreppen im Hochlochziegel

Reicht eine Wand aus 17,5 cm Hochlochziegel?
Bei tragenden Innenwänden mit Festigkeitsklasse ab 12 und sauberer Mörtelung ja, mit Verbundanker plus Siebhülse. Bei höheren Lasten oder weniger festem Material setzen wir eine rückseitige Lastverteilungsplatte ein. Bei reinen Trennwänden in 11,5 cm ist Hochlochziegel grundsätzlich nicht freigegeben – wir bauen dort nicht.
Erkennt man am Bohren, ob es Hochlochziegel sind?
Ja. Sobald der Bohrer durch einen Steg fällt und plötzlich in eine Kammer eindringt, ist der Wandtyp eindeutig. Wir setzen das Bohrloch dann nach Plan, arbeiten ausschließlich drehend weiter und greifen zur Siebhülse.
Was kostet eine Treppe im Hochlochziegel mehr als in Stahlbeton?
Der Mehraufwand entsteht in Vorbereitung und Bohrtechnik. Erfahrungsgemäß 400 bis 800 Euro Aufpreis pro Treppe, abhängig von der Größe und vom Geländer-Konzept. Wir nennen den Aufpreis im Angebot transparent.
Ist ein Geländer vorgeschrieben?
Ja – die Musterbauordnung schreibt für Treppen mit mehr als vier Stufen eine Absturzsicherung (mind. 90 cm Höhe) vor. Ausführung: Glas-, Stahl- oder Seilgeländer, auch Wandhandlauf möglich. Geländeranteil typisch 800–5.000 EUR je nach Ausführung.
Schwingt die Treppe beim Begehen?
Nein. Bei fachgerechter Dimensionierung liegt die Eigenfrequenz deutlich über der Schrittfrequenz, es entsteht keine Resonanz. Trittschall lässt sich durch elastische Zwischenlagen weiter dämpfen.

Beispielprojekte

Kragarmtreppen in Hochlochziegel

Diese Treppen wurden in Hochlochziegel-Wänden montiert – jede statisch geprüft, jede dokumentiert.

Häufige Fragen

Kragarmtreppe im Hochlochziegel – FAQ

Reicht eine Wand aus 17,5 cm Hochlochziegel?

Bei tragenden Innenwänden mit Festigkeitsklasse ab 12 und sauberer Mörtelung ja, mit Verbundanker plus Siebhülse. Bei höheren Lasten oder weniger festem Material setzen wir eine rückseitige Lastverteilungsplatte ein. Bei reinen Trennwänden in 11,5 cm ist Hochlochziegel grundsätzlich nicht freigegeben – wir bauen dort nicht.

Erkennt man am Bohren, ob es Hochlochziegel sind?

Ja. Sobald der Bohrer durch einen Steg fällt und plötzlich in eine Kammer eindringt, ist der Wandtyp eindeutig. Wir setzen das Bohrloch dann nach Plan, arbeiten ausschließlich drehend weiter und greifen zur Siebhülse.

Was kostet eine Treppe im Hochlochziegel mehr als in Stahlbeton?

Der Mehraufwand entsteht in Vorbereitung und Bohrtechnik. Erfahrungsgemäß 400 bis 800 Euro Aufpreis pro Treppe, abhängig von der Größe und vom Geländer-Konzept. Wir nennen den Aufpreis im Angebot transparent.

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