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Wandtyp im Fokus

Kragarmtreppe im Kalksandstein – Solide, aber präzise

Kalksandstein ist statisch einer der dankbarsten Baustoffe für Kragarmtreppen. Hohe Rohdichte, hohe Druckfestigkeit, homogene Struktur – die Verankerung ist hier am wenigsten kritisch. Trotzdem gibt es Punkte, die wir konsequent beachten, damit die Treppe nicht nur trägt, sondern auch über Jahre spielfrei bleibt.

11,5 cm Mindestdicke mit Verbundanker und Lastplatte
12–28 N/mm² Druckfestigkeit KS-Stein
4 Erscheinungsformen Vollstein, Lochstein, Planstein, Sichtstein
2–4 t Punktlast je Kragarmstufe in der Statik

Kurzantworten

Die wichtigsten Fragen auf einen Blick

01

Warum ist Kalksandstein so gut geeignet?

Hohe Rohdichte (1,4 bis 2,2 kg/dm³), Druckfestigkeit bis 28 N/mm² und homogene Struktur ohne Kammern: saubere Bohrlöcher, hohe Auszugswerte, keine Sonderlösungen nötig – ab 11,5 cm Wandstärke in der Regel problemlos.

02

Vollstein oder Lochstein?

Vollsteine (KS V) sind das statisch beste Material für Schwerlast-Verankerung. Bei Lochsteinen (KS L) prüfen wir, ob der Bohrlochmittelpunkt in einer Lochkammer landet. Wenn ja, verlegen wir das Bohrloch oder arbeiten mit Siebhülse.

03

Warum keine Spreizdübel?

Spreizdübel sind bei hohen punktuellen Lasten weniger geeignet, weil die Spreizkräfte den Stein lokal aufspalten könnten. Wir verwenden grundsätzlich Verbundanker mit Injektionsmörtel (fischer FIS V Plus oder Hilti HIT-RE 500).

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Was ist bei der Ausführung wichtig?

Kalksandstein produziert präzise Bohrlochkanten. Wir messen deshalb jeden Bohrlochpunkt anhand einer Werkstatt-Schablone, nie freihand. Bei einer typischen Kragarmtreppe sind das 30 bis 40 Bohrlöcher – jedes davon zählt.

Warum Kalksandstein für Kragarmtreppen so gut funktioniert

Kalksandstein hat eine Rohdichte zwischen 1,4 und 2,2 kg pro Kubikdezimeter, je nach Klasse. Die Druckfestigkeit liegt bei klassischen KS-Steinen zwischen 12 und 28 Newton pro Quadratmillimeter, bei speziellen Steinen sogar darüber. Das ist deutlich mehr als bei Porenbeton und meist mehr als bei Hochlochziegel. Dazu kommt die homogene Materialstruktur: Beim Bohren bekommen wir saubere Bohrlöcher mit definiertem Durchmesser, ohne Ausbruch.

Für die Statik bedeutet das: Wir können mit Standard-Verbundankern hohe Auszugskräfte rechnen, ohne dass wir Lastverteilungsplatten brauchen oder die Wand verstärken müssen. Bei Wandstärken ab 11,5 cm Kalksandstein ist eine Kragarmtreppe in der Regel ohne Sondermaßnahmen umsetzbar – vorausgesetzt, der Statiker bestätigt die Bemessung.

Vollstein, Lochstein und Plansteine unterscheiden

Bei Kalksandstein gibt es vier wesentliche Erscheinungsformen: Vollsteine (KS V), Lochsteine (KS L) mit kleinen Greifkammern, Plansteine (KS P) mit präzisem Maß für Dünnbettmörtel, sowie verputzte und unverputzte Sichtmauerwerk-Steine. Vollsteine sind das statisch beste Material für Schwerlast-Verankerung. Lochsteine sind grundsätzlich auch geeignet, aber wir prüfen, ob der Bohrlochmittelpunkt in einer Lochkammer landet. Wenn ja, wird das Bohrloch verlegt oder mit Verbundanker und Siebhülse gearbeitet.

Welche Verankerungssysteme wir einsetzen

Standard bei Kalksandstein-Vollsteinen sind hochbelastbare Verbundanker mit Injektionsmörtel, etwa fischer FIS V Plus oder Hilti HIT-RE 500. Beide Systeme haben bauaufsichtliche Zulassung für KS-Mauerwerk und liefern reproduzierbare Auszugswerte. Spreizanker setzen wir in KS-Vollstein zwar grundsätzlich auch ein, sie sind aber für Kragarmtreppen mit hohen punktuellen Lasten weniger geeignet, weil die Spreizkräfte den Stein lokal aufspalten könnten.

Bei KS-Lochsteinen arbeiten wir ausschließlich mit Verbundanker plus Siebhülse, ähnlich wie bei Hochlochziegeln. Die Siebhülse verteilt den Injektionsmörtel über mehrere Stege und schafft eine zuverlässige Verbindung über die gesamte Verankerungstiefe.

Was bei der Ausführung wichtig ist

Kalksandstein verzeiht weniger Bohrfehler als Porenbeton oder Mauerwerk, weil das Material präzise Bohrlochkanten produziert. Das ist ein Vorteil bei der Tragfähigkeit, aber ein Nachteil, wenn man danebenbohrt – ein zweites Bohrloch in unmittelbarer Nähe schwächt die Wand lokal. Wir messen deshalb vor jeder Bohrung den genauen Bohrlochpunkt anhand der Schablone aus unserer Werkstatt, nicht freihand. Bei einer typischen Kragarmtreppe sind das zwischen 30 und 40 Bohrlöcher, jedes davon zählt.

Was wir vor der Planung abfragen

Vor jeder Kragarmtreppe in Kalksandstein klären wir: Steinart (V, L, P), Festigkeitsklasse, Wandstärke, einschalig oder zweischalig, Stellung der Steine im Verband, ob die Wand verputzt oder sichtbar ist, und ob im Bereich der Treppe Aussparungen oder eingelegte Bauteile wie Rolladenkästen zu erwarten sind. Mit diesen Angaben legt unser Statiker die Verankerung aus.

Häufige Fragen zu Kragarmtreppen im Kalksandstein

Ist eine 11,5 cm KS-Wand für eine Kragarmtreppe ausreichend?
In Kombination mit Verbundanker und Lastverteilungsplatte rückseitig ja, bei Standard-Treppenmassen. Wir prüfen das im konkreten Fall, weil auch die Geschosshöhe und das Stufenformat eine Rolle spielen.
Können wir die Treppe später nochmal abnehmen?
Ja, die Verankerung lässt sich rückbauen. Die Bohrlöcher bleiben, lassen sich aber sauber mit KS-Reparaturmörtel verschließen. Wir empfehlen dann eine neue Wandbeschichtung im Bereich der Befestigungspunkte.
Wirkt sich die Treppe auf die Wärmedämmung der Wand aus?
Bei einer Außenwand ja, weil jeder Bolzen eine Wärmebrücke darstellt. Wir setzen Kragarmtreppen daher nahezu ausschließlich in Innenwände. Wenn eine Außenwand zwingend ist, planen wir thermisch entkoppelte Verbindungselemente ein.
Ist ein Geländer vorgeschrieben?
Ja – die Musterbauordnung schreibt für Treppen mit mehr als vier Stufen eine Absturzsicherung (mind. 90 cm Höhe) vor. Ausführung: Glas-, Stahl- oder Seilgeländer, auch Wandhandlauf möglich. Geländeranteil typisch 800–5.000 EUR je nach Ausführung.
Schwingt die Treppe beim Begehen?
Nein. Bei fachgerechter Dimensionierung liegt die Eigenfrequenz deutlich über der Schrittfrequenz, es entsteht keine Resonanz. Trittschall lässt sich durch elastische Zwischenlagen weiter dämpfen.

Beispielprojekte

Kragarmtreppen in Kalksandstein

Diese Treppen wurden in Kalksandstein-Wänden montiert – jede statisch geprüft, jede dokumentiert.

Häufige Fragen

Kragarmtreppe im Kalksandstein – FAQ

Ist eine 11,5 cm KS-Wand für eine Kragarmtreppe ausreichend?

In Kombination mit Verbundanker und Lastverteilungsplatte rückseitig ja, bei Standard-Treppenmassen. Wir prüfen das im konkreten Fall, weil auch die Geschosshöhe und das Stufenformat eine Rolle spielen.

Können wir die Treppe später nochmal abnehmen?

Ja, die Verankerung lässt sich rückbauen. Die Bohrlöcher bleiben, lassen sich aber sauber mit KS-Reparaturmörtel verschließen. Wir empfehlen dann eine neue Wandbeschichtung im Bereich der Befestigungspunkte.

Wirkt sich die Treppe auf die Wärmedämmung der Wand aus?

Bei einer Außenwand ja, weil jeder Bolzen eine Wärmebrücke darstellt. Wir setzen Kragarmtreppen daher nahezu ausschließlich in Innenwände. Wenn eine Außenwand zwingend ist, planen wir thermisch entkoppelte Verbindungselemente ein.

Kalksandstein-Wand prüfen lassen

Teilen Sie uns Steinart und Wandstärke mit. Wir prüfen kostenlos, welche Kragarmtreppe in Ihrer KS-Wand möglich ist – mit Verankerungshinweis und Richtpreis für die Treppe.

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